Wie mache ich eine Spielevorstellung?

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Wie mache ich eine Spielvorstellung?

Eine Spielvorstellung sollte immer übersichtlich gestaltet und weitesgehend frei von Rechtschreib- und Grammatikfehlern sein. Lange Textabschnitte sollten, falls vorhanden, in Spoiler ausgelagert werden. Und auch sehr wichtig: Setz Absätze! Ohne werden die Leser die Lust sehr schnell verlieren, oder sich im Text verirren.

Die Story

Die Schilderung der Story sollte knackig und nicht zu lang ausfallen, aber alle wesentlichen Aspekte der Geschichte umfassen. Die fünf W-Fragen können helfen, die wichtigsten Punkte in der Storyvorstellung abzuarbeiten.

  • Wer?
  • Mit Wem?
  • Warum?
  • Wozu?
  • Wodurch?

Wer?

Denke immer daran, zu berichten, welchen Charakter der Spieler steuern wird, um die Geschichte zu erleben. Mache dies deutlich, indem du aus der Perspektive des Charakters berichtest oder seine Handlungen beschreibst, die dazu führen, dass er der Handlungsmittelpunkt ist. Sollten mehrere Charaktere spielbar sein, deren Weg man zweitweise verfolgt, ist es günstig, diese separat zu beschreiben und dann darauf hinzuweisen, dass man das Spiel aus der Perspektive verschiedener Personen erleben wird. Wichtig: Mitglieder einer Party gelten nicht als weitere handelnde Personen. Erst, wenn die Charaktere abseits vom Handlungsstrang des Protagonisten eigene Abenteuer erleben, bei denen der Hauptprotagonist nicht dabei ist, kann man von verschiedenen Perspektiven sprechen.

Mit Wem?

Der Held ist nicht allein auf der Welt. Beschreibe an Stellen, an denen es relevant ist, immer auch, wer bei der ganzen Sache dabei ist oder mit wem konkret der Held agiert. Schildert man: "Arshes rettet eine Prinzessin.", so möchte der Leser doch gern wissen, wer diese Prinzessin ist, wie sie heißt, und im Idealfall in Kurzform, wie sie in die Fänge dieses verdammten Drachen kam.

Warum?

Beschreibe immer, aus welchem Motiv heraus die Charaktere handelt. Wenn jemand loszieht, um einen Drachen zu töten, ist es wichtig, nachvollziehen zu können, weshalb er das tut. Möchte er den Ruhm ernten? Eine Frau beeindrucken? Oder doch nur den Drachenschatz plündern? Die Motivation der Charaktere gibt außerdem auch einen Hinweis auf ihren Charakter.

Wozu?

Welches Ziel verfolgt der Held? Soll nicht zu viel verraten werden, kann in einer Spielvorstellung ein Zwischenziel angegeben werden. Statt zu schreiben, dass der Held den bösen Dämon besiegen will, kann als Zwischenziel einfach die Verwunderung des Helden dienen, dass sich überall Spalten im Erdreich öffnen und Schwefel daraus hervorqillt. Die Frage nach dem Ziel darf nicht mit der Frage nach der Motivation verwechselt werden. Um zu unserem vorherigen Beispiel zurückzukommen: Der Held geht zum Drachenberg. Wozu? Um den Drachen zu töten. Warum? Weil er den Drachenschatz stehlen will.

Wodurch?

Beschreibe, mit welchen Mitteln der Held sein Ziel erreichen will. Vielleicht zieht der Held gar nicht schnurstracks zum Drachenberg, um den Drachen zu töten, sondern besucht eine alte Hexe, um von ihr ein Zauberpuder zu bekommen, das den Drachen schwächt, um ihn dann umbringen zu können.

Häufige Fehler

Viele haben beim Schreiben der Spielvorstellung Angst, zu viel von der Geschichte zu verraten. Sie lassen deshalb wesentliche Punkte aus, und der Leser der Vorstellung fragt zu Recht verwirrt, was denn eigentlich los ist. Dies kann man umgehen, indem man diese Fragen als rethorische Fragen oder Gedanken der Charaktere selbst in die Vorstellung einbaut. Auf diese Weise zeigt man, dass man diese Fragen bewusst offen lässt, damit sie später aufgelöst werden. Man sollte dieses Stilmittel aber nicht übertrieben oft benutzen.

Ein Beispiel: Man steuert im Spiel einen mysteriösen Mann, der keine Vergangenheit zu haben scheint und den jederman wieder vergisst, sobald man ihn aus den Augen verliert. Möchte man nicht verraten, warum das so ist, kann man dies auf folgendem Wege lösen:

  • Rhetorische Fragen - Dana ist ein ganz normales Bauernmädchen und lebt ein sorgenfreies Leben auf dem Lande, bis eines Tages ein mysteriöser namenloser Mann in ihrer Stadt auftaucht und nach dem Schwert von Krx fragt. Wer ist dieser Mann? Warum scheint jeder, der ihn sieht, ihn sofort wieder zu vergessen? Und wwarum kann Dana sich dann an ihn erinnern?
  • Gedanken der Charaktere - Dana ist ein ganz normales Bauernmädchen und lebt ein sorgenfreies Leben auf dem Lande, bis eines Tages ein mysteriöser namenloser Mann in ihrer Stadt auftaucht und nach dem Schwert von Krx fragt. Dana fragt sich, was es mit diesem Fremden auf sich hat, den jedermann zu vergessen scheint. Die Frage, warum sie die einzige ist, die immerzu an ihn denken muss, lässt ihr keine Ruhe.

Weiterführende Informationen auslagern

Ausführliche Informationen zur Spielwelt sollten im Idealfall in eine eigene Sektion, am besten einen Spoiler, ausgelagert werden. Nur bei Interesse werden sich die Leser die ausufernden Beschreibungen zu Gemüte führen. Möchte man tatsächlich wesentliche Details der Spielwelt einbringen, sollte man sich unbedingt auf das Wesentliche konzentrieren und nur wirklich wichtige Sachverhalte erwähnen.

Charaktere

Charaktere sollten in einer Spielvorstellung aussagekräftig charakterisiert werden, ohne deren kommendes Schicksal schon zu verraten. Gibt es grafisches Material zu ihnen wie ein Faceset, ist es sinnvoll, dieses mit einzubinden. Zu vermeiden sind aber zu große Bilder, die eventuell noch von irgendeiner Seite fremdverlinkt wurden. Solltest du zu bestimmten Sachverhalten keine Daten haben, dann lass die Punkte einfach aus. Die Information "Alter: ???" nützt niemand etwas. Konzentriere dich darauf, Stärken und Schwächen des Charakters mit in die Beschreibung einzubringen. Auch Beziehungen zu anderen Personen können wichtig sein. Mache außerdem in Ansätzen klar, welche Rolle die Person in der Geschicht eeinnehmen wird. Ist der Charakter ein Held? Ein gegenspieler? Ein Helfer? Oder doch ein mysteriöser Fremder, dessen Ziele man nicht genau bestimmen kann? Charakterisierungen sollten sich zwischen 3 und 10 Zeilen pro Person bewegen.

Gameplay

Dieser Abschnitt kann besondere Aspekte des Spielgefühls hervorheben. Meistens werden Gameplay und Features sinnvollerweise zusammen gefasst.

Features

Hier reicht meistens eine einfache Liste. Wichtig ist, dass nur Bestandteile erwähnt werden, die das Spiel wirklich auszeichnen. Außerdem sollten es auch wirklich technische Komponenten sein.

Vermeide in deiner Liste

  • Features, die die Mehrzahl oder eigentlich alle Spiele besitzen (Messagesystem, simpelste NPC-Systeme ect.)
  • Eigenschaften deiner Story ("actionreiche Story mit vielen Charakteren")
  • schwammige Formulierungen ("ein System, mit dem man Handeln kann")
  • unnötige Lobpreisungen ("ein geniales System" ist beispielsweise übertrieben)

Features, die sehr viele, interessante Aspekte haben, können auch ausführlicher geschildert werden.

Screenshots

Screenshots zeigen Bilder aus dem Spielgeschehen und machen dem Leser der Spielvorstellung Lust darauf, das Spiel selbst zu entdecken. Es sollten repräsentative Ausschnitte aus dem Spiel gezeigt werden, die eines dieser Kriterien erfüllen:

  • sie heben sich von den anderen Screenshots ab. Zehn Screenshots von ein und demselben Wald auf unterschiedlichen Maps sind unnötig.
  • sie zeigen wesentliche Teile des Spiels. "Irgendein Dorf durch das man durchläuft" versetzt den Leser nicht gerade in Extase.
  • sie wurden eingehend auf wesentliche Fehler im Mapping geprüft. Nichts ist peinlicher als völlig vergurkte Screens voller falsch gesetzter Tiles.