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  • stardust

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Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah (Das ist ein Review)

Bewertung:

Von stardust, Freitag, 31. Mai 2013, 00:33

Entschuldigt die Begrüßung, aber ich musste gerade ein ganz besonders mieses, überhebliches und langweiliges Stück Filmgeschichte erleben und habe gerade ein starkes Bedürfnis dies von mir zu schreiben…Solange die Wunde noch frisch ist. Also, machen wir uns bereit für ein ganz besonderes Erlebnis. Ich präsentiere:
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Holy Motors. Ein Werk von Leos Carax aus dem Jahr 2012. Genre: Weiß Gott was. Ich tippe auf verschwendete Lebenszeit. Bevor ich darauf eingehe, was genau an diesem Streifen mich dazu bewegt meinen Kopf gegen sämtliche Wände in der Nähe zu schlagen, die Prämisse:
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Schon als ich diesen Schriftzug sah hätte ich eigentlich schreiend aus dem Zimmer rennen sollen und den Fernseher mit Weihwasser besprühen sollen. Aber nein. Bleiben wir fair und objektiv. Immerhin wurde mir der Film auch sehr empfohlen. Und wenn du das hier liest, dann hoffe ich, dass du dir deiner Schuld bewusst bist Pfeiffffffffffffffe. Der Film beginnt mitten ... Irgendwo in einem Schlafzimmer. Irgendjemand, äh Monsieur Oscar, steht auf, raucht und läuft in einer endlos überlangen Einstellung auf eine Wand zu. Diese Momente kennt ihr vielleicht. Manche Regisseure wissen solche langen Einstellungen gut zu nutzen, aber in dem Fall wirkte es einfach so, als wollte man die 110 Minuten Film mit Stille und nichtssagenden Bilder füllen. Nein, ich hab mich in dem Moment noch nicht so sehr über die 2-Minuten Einstellung ohne spürbare Handlung aufgeregt. Aber das sollte leider nicht die letzte Stelle gewesen sein.
Wir sehen wie der namenlose Herr mit seinem Schrauben-WTF-Schlüssel-Was-Ist-Das-Finger durch eine seltsam tapezierte Wand bricht und dahinter einen Kinosaal vorfindet.
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Was ... Das sieht angewachsen aus. Penis-Referenz? :I

Schnitt. ENDLICH. Der arme Kameramann muss inzwischen bestimmt eingeschlafen sein. Wir folgen einem beschäftigt wirkenden Papa (das ist französisch und bedeutet Papa), der gerade das Haus auf dem Weg zur Arbeit verlässt. Am Ende der Auffahrt wartet eine Limousine auf ihn, wo auch Mademoiselle...äh...Fahrer auf ihn wartet. Prägt euch ihr verpixeltes Gesicht gut ein, denn neben Herr Hauptfigur ist sie die einzige Person in dem Film, zu der wir irgendeinen Bezug aufbauen werden. Und wenn es nur daran liegt, dass wir ihr Gesicht wiedererkennen. Und ihr habt genügend Zeit dazu, keine Sorge. Denn auch die Ich-Lauf-Mal-Eben-Zur-Limo-Szene zieht sich unangenehm lange.
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Finde online leider keine besseren Screenshots - Zum Glück scheinen nicht viele Leute den Film gesehen zu haben :I

Danach befinden wir uns in der Kabine und sehen einen älter wirkenden Monsieur Oscar vor uns, der gerade ein langweiliges Telefongespräch führt, das sich - richtig geraten - über mehrere Minuten führt, während wir ab und an zu Landschaftseinstellungen von irgendwelchen parisischen Outskirts schneiden. Er raucht nochmals eine und wir fragen uns bereits, ob nicht bald irgendwo eine "Rauchen gefährdet die Gesundheit"-Meldung auftaucht. Oder halt, die Franzosen sind ja direkter: Fumer tue! =D
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...Was aber leider nicht der Fall ist :I

Monsieur Oscar kriegt von Madam Fahrerin ein Dossier vorgelegt in dem es um seinen nächsten Auftrag geht…Der darin besteht sich eine verfilzte Perücke aufzusetzen, von zwei Bodyguards begleitet und als Penner verkleidet durch Paris zu laufen. Und schwupps, sind wieder 10 Minuten um und der werte Herr befindet sich wieder in seiner Limo. Ich erkläre euch jetzt nicht, was das sollte, weil es dem Film genauso egal war zu erklären, was das sollte.
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Aculy is Bonuscontent von DVD-Release D:

Und genau das ist ein riesiges Problem mit diesem Werk. Versteht mich nicht falsch, natürlich soll man einem Zuschauer nicht alles vorweg nehmen. Gerade ein Großteil der Spannung eines Filmes baut sich ja dadurch auf, dass man nicht vorhersehen kann, wie die Handlung verlaufen wird. Aber wir befinden uns an dieser Stelle bereits gute 20 Minuten im Film und haben noch immer überhaupt keine Ahnung, was vor sich geht, oder was wir gezeigt bekommen. Und es lässt sich auch keine Handlung oder erzählerische Führung erkennen, die uns in irgendeiner Form vermittelt was genau die einzelnen Szenen verbindet. Was im Allgemeinen dafür sorgt, dass sich das Medium vom Zuschauer abschottet und im einfach irgendwelche Szenen an den Kopf wirft. Ein Film sollte mit dem Zuschauer sprechen – Ihm seine Geschichte durch Bilder, Dialoge, Musik usw. vermitteln, damit wir als Zuschauer eine Verbindung dazu aufbauen können. Aber dazu später mehr. Oh ja.

Nächster Auftrag: Greenscreen Sexszene.
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Rule 34
10 Minuten später nach einigen - wow ist die Dame gelenkig - und unscharf bis dunkel beleuchteten Gerenke-Mit-Gelenkenverrenkungsszenen ist Oscar drauf und dran in seine nächste Verkleidung zu schlüpfen. Wir haben bereits eine halbe Stunde hinter uns und das erste mal hören wir Musik in diesem Film. döDÖDöööööööööö. Nein nicht die.
Ja. Etwas, was mich auch sehr gestört hat. Die endlos langen Kamerafahrten geschehen oft in vollkommener Stille, ohne irgendwelche musikalische Untermalung. Werft mir ruhig vor, dass ich zu sehr an westliche Filme gewöhnt bin, dennoch bin ich einer festen Überzeugung: Ein Film sollte jedes ihm zur Verfügung stehende Mittel nutzen, um dem Zuschauer zu vermitteln was er ihn gerade erleben lassen will. Das bedeutet nicht, dass der ganze Film lückenlos mit Musik unterstrichen werden sollte, denn auch Stille kann sehr effektiv eingesetzt werden. Aber. Nicht. So. Es macht die langen Kameraeinstellungen in denen nichts passiert umso langweiliger und trockener. Und da auch noch immer keine wirklich nachvollziehbare Handlung in Sicht ist versäumt es der Film immer mehr mich als Zuschauer anzusprechen.

Oscars nächster Auftrag ist umso seltsamer und abstruser und es war auch der Punkt, ab dem ich die Hoffnung aufgegeben hatte, dass der Film mir als Zuschauer noch irgendeinen Grund gibt, mich für die Handlung zu interessieren. Oscar verkleidet sich als ...Biest, das einen Friedhof von Paris unsicher macht indem es ein Modelshooting belagert. Zuerst beißt er den Finger einer Dame ab, die es für klug hielt ihn anzusprechen, rennt dann zu dem Model hin und streicht das Blut an ihren Achselhöhlen ab... Jaaah, muss wohl irgendeine neue Art von Deodorant sein. Danach schnappt er sich Frau Mendes - äh das Model, führt sie in die Kanalisation. Reißt ihr die Klamotten vom Leib und bastelt daraus ne Burka, die er ihr überwirft. Dann zieht er sich aus und legt sich neben sie hin. Ja. Genauso.
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Ha! Penis-Referenz! Der grüne Streifen ist ein Bildfehler, ich schwöre :I

SCHNITT. AUS. SENSE. Denn an der Stelle werde ich auch unterbrechen die Handlung zusammenzufassen, weil es eigentlich nur dazu diente euch einen Eindruck davon zu geben, wie der Film inszeniert ist. Es folgt, DAS FAZIT.

Ich kann nicht mehr und will nur noch schlafen. Ende. Danke, ihr könnt gehen.
...
Was? Ihr wisst anhand der Ausführung oben noch nicht, was mich so sehr an diesem...Ding gestört hat?
...
Ihr wollt doch bestimmt nur mitlesen, wie ich über irgendnen Film rante :( Gut, das könnt ihr haben. Das absolute Hauptproblem, dass dieser Film hat ist, dass er sich nur an sehr wenigen Stellen darum schert eine Verbindung mit dem Zuschauer aufzunehmen und mal anzudeuten, was genau hier eigentlich vor sich geht. Warum Herr Oscar alle diese Dinge macht und selbst dann…Ist es mehr als fragwürdig und verworren. Monsieur Oscar ist nämlich Schauspieler in einer wohl nicht allzu fernen Zukunft, in der das echte Leben sozusagen der Drehort ist. So fährt er den ganzen Tag von Set zu Set und schlüpft in verschiedenen Rollen. Hey, an sich klingt das doch nach einer ganz interessanten Prämisse. Filme, die mitten auf der Straße gedreht werden, mit Kameras, die so gut wie unsichtbar sind. Der Penner, dem ihr vorhin Geld für den nächsten Schuss eingeworfen habt könnte ein Schauspieler sein, der gerade an einem hochauthentischen Drehort filmt und hey – ihr hättet ne Komparsenrolle als TrottL in diesem Streifen, ohne es zu wissen. Zu Gunsten der Authentizität.

Aber so direkt traut sich Holy Motors nie zu werden und da kommt auch schon der nächste große Punkt, der mich wirklich zum Kochen bringt.
„Du findest den Film nur schlecht, weil du ihn nicht verstehst. Das ist hohe Kunst!“
Kein Zitat. Aber der Film hat sehr gute – wenn auch wenige – Kritiken eingeräumt. Er wird als Geniestreich und tiefgründiges Meisterwerk betitelt und gerade diese Arte-Kunst-Schiene hat für mich so etwas Überhebliches und Überbewertendes, da ich das einfach nicht über diesen Film sagen kann. Ich hab durchaus verstanden, was da auf dem Schirm passiert ist. Aber zu 90% waren das langweilige Szenen, die einfach unnötig waren. Das ganze baute auf nichts auf, folgte keinem festen Ziel und warf am Ende sogar noch die Rolle einer wohl vergangenen Liebe ein (die von Kylie Minogue gespielt wurde) zu der man noch weniger Bezug hat als zur Hauptperson. Und das ist ein weiterer schwerer Kritikpunkt. Monsieur Oscar wirkt wie eine Schablone, ohne wirkliche Persönlichkeit. Man könnte da jetzt hineinlesen, dass er durch seine vielen Rollen sein eigenes Ich verloren hat… Aber nein. Einfach nein. Wenn der Film das wirklich hätte thematisieren wollen, hätte er es tun sollen. Das einzige, was man über Oscar erfährt ist, dass er wohl etwas müde ist, und sein Chef langsam an seiner schauspielerischen Leistung zweifelt.

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Not Sure if most trollsome movie ever or just blatantly boring :I
Und so verhält es sich mit allem aus dieser Lebenszeitverschwendung. Der Film ist so nichtssagend aber hat die Arroganz so zu tun, als handle es sich hierbei um hohe Kunst – und genau das lesen ein paar wenige Kritiker, die das Pech hatten von dem Streifen beeindruckt zu sein auch daraus.

Phew. Das musste einfach raus. Gute Nacht. Bonne soirée und hoffentlich nicht bis bald.

Dieser Artikel wurde bereits 5 192 mal gelesen.

Tags: BGM, BGM, dämonenseele, game, Mitsch93, Musik, Musik, Reviews, Screens, se, se, Todesauftrag

Kategorien: Review


Kommentare (6)

  • 6

    Von stardust (Samstag, 1. Juni 2013, 15:19)

    Bestes Beispiel ist ja die Szene mit der Burka. Buuhuu, ein Model kriegt ne Burka übergesetzt - Was für ein tiefgründiges Statement über unsere Medienkultur. Nicht. gaargh, muss aufhören, bevor ich mich wieder in Rage schreibe :I

  • 5

    Von stardust (Samstag, 1. Juni 2013, 15:17)

    Avatar...Ist ein anderes Thema. Aber das hier ist halt so ein typischer Film, in den man sehr viel hineininterpretieren kann, weil einfach so wenig von dem was gezeigt wird viel Sinn ergibt. Und das wird dann als Avantgarde-Filmkunst hingestellt.

  • 4

    Von Keksmonster (Samstag, 1. Juni 2013, 14:36)

    Oha
    Mit 4,5/5 Punkten hat der Film auf Filmstarts eine höhere Wertung als Avatar.
    http://www.filmstarts.de/kritiken/195032.html

  • 3

    Von Avery (Samstag, 1. Juni 2013, 05:38)

    Oha oO
    Du hast mein tief empfundenes Mitleid, ich hoffe, die Strafe war ausreichend grausam.

  • 2

    Von stardust (Samstag, 1. Juni 2013, 01:28)

    Die Person hat ihre gerechte Strafe bekommen und wird so schnell auch keine Filmempfehlungen mehr geben können =w=

  • 1

    Von Dämon Franz (Freitag, 31. Mai 2013, 21:28)

    Oh, weh. Wer auch immer dich damit knebeln wollte... meine Achtung, dass du das überstanden hast.

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Von stardust (Montag, 1. April 2013, 00:22)