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Sajenn

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Sonntag, 19. Oktober 2008, 10:27

Plot Tutorial I

Ola. 8D
So, da ist sie wieder, die Saji, mit einem neuen Tutorial im Ärmel. Worum geht’s diesmal? Um ein Problem, auf dass mich Fortch aufmerksam gemacht hat, das mich zur Zeit ebenfalls beschäftigt.

Plotten.

In diesem Tutorial klären wir, wie man einen Plot bauen kann, welche Rolle Charaktere zur Handlungsführung spielen, was ein Haupt- und Nebenplot ist und wie wir beides voneinander trennen und wann wir was einsetzten.

Das Tutorial teile ich dabei in 2 Lager:
Zuerst stelle ich euch theoretische Inhalte eines Plots vor, im zweiten Teil erarbeiten wir dann einen ganzen Plot. :3

Teil Eins beinhaltet:
1.Definition: Plot
2.Prämisse
3.Drei-Akt-Struktur


Im weitesten Sinne decke ich damit die Entwicklungsarbeit für eine Story ab – Um seinen Gedanken Struktur und Ordnung zu geben.

Denn nicht nur Charakterentwicklung und Weltenaufbau (in Fantasy) sind von essentieller Bedeutung – auch der Ausbau von Ideen und das Abwägen von Essentiell und Unwichtig sind ein wichtiger Schritt, bis man eine funktionierende Geschichte gebaut hat.
Nur eine Handvoll Autoren auf dieser Welt schafft es, ohne Vorarbeit einen Roman aus den Ärmeln zu schütteln.
Selbst Tolkien hat vor „Herr der Ringe“ nahezu „trocken“ an seinem Roman gearbeitet und ging so weit, eine eigene Sprache zu entwickeln. Stephan King hat für „Der dunkle Turm“ 20 Jahre gebraucht und zwischen den einzelnen Büchern die Handlung im Detail aus gefertigt und hunderte Male verworfen.

Natürlich erwartet keiner von euch, dass ihr eine Sprache entwickelt oder 20 Jahre an eurem Plot oder eurer Welt sitzt und Perfektion erschafft. Aber glaubt mir, es ist nur zuträglich, wenn man seine Ideen etwas konkretisiert, bevor man sie verwendet. ;D

Also gut, fangen wir mal an...

1.Definition: Plot

Zitat

in der Dramaturgie den ursächlichen Zusammenhang eines vorgestellten Ereignisverlaufs zu einem bestimmten Ende, siehe Handlung (Erzählkunst)

Wikipedia, natürlich.

Es gibt in der Regel drei Arten von Plot, die oftmals aufeinander aufbauen. Als erstes wäre da der grobe, skizzenhafte Plot. Im dramaturgischen Bereich ist es, als würdet ihr das Setting und die Skizze für eine Zeichnung anfertigen.

Hier wird auch die Prämisse mit der Handlung verwebt, aber zur Prämisse kommen wir yah später noch.

Hier am Beispiel von Alice im Wunderland:
Alice gerät ins Wunderland
Alice reist durch das Wunderland
Alice verlässt das Wunderland

Das ist der grobe Aufbau von Alice im Wunderland, die Skizze unserer Handlung.

Der normale Plot ist einer, den man mit einer Wiedergabe einer Handlung erklären könnte:
Wenn ihr am Abend zuvor einen Film gesehen habt und diesen euren Freunden erzählt. Ihr werdet die wichtigsten Fakten aufzählen und das Unwichtige aussparen. (Wem kommt da auch „Nacherzählungen“ aus der Schule hoch? *g*)

Alice im Wunderland
Alice fällt durch das Kaninchenloch ins Wunderland
Sie trifft auf sprechende Tiere und einen Dodo, der ihr eine traurige Geschichte erzählt
Sie findet Essen und Trinken, dass sie groß und klein macht
Sie nimmt das Essen zu sich und wächst
Sie kann nicht wieder kleiner werden und beginnt zu weinen
(...)

Dies ist vielleicht noch etwas detaillierter, als ihr einen Film nacherzählen würdet, aber noch nicht detailliert genug.
Denn das ist die Arbeit des detaillierten Plots.

In diesem wird jeder Dialog angedeutet und skizziert, es werden Stichpunkte für das Setting und Stimmung gemacht ... Es wird fein säuberlich jedes Detail notiert.

Welcher Plot ist nun der Richtige?

Nun, zuerst einmal: Wenn ihr schreiben wollt, gibt es nur eine Hand voll „Richtigs und Falschs“, die ihr zu beachten habt. Es ist EURE Geschichte und es sind EURE Charaktere, also entscheidet als letzte Instanz immer ihr, was ihr mit ihnen macht. Ihr könnt jeden Punkt des detaillierten Plots ausarbeiten, wenn ihr damit arbeiten wollt. Ihr könnt aber auch einen groben Plot benutzen, wenn es euch mehr hilft.

Probiert es aus! Ihr seid Gott in eurer Welt, nutzt es!

Ein Plot ist dabei auch niemals ein in Stein gemeißeltes Wort: Wenn ihr beim aus schraffieren und arbeiten erkennt, dass euer Plot nicht mehr funktioniert oder ihr bessere, neuere Ideen habt, könnt ihr diesen jederzeit umarbeiten. Er stellt nur die Formulierung eurer Gedanken dar, die frei fließen dürfen.


2.Prämisse


Prämisse ist ein Ausdruck, der vom amerikanischen Autor James N. Frey geprägt wurde, der sehr ausführliche How-To-Write-Bücher veröffentlicht hat. Er gilt als Buch-Mentor Amerikas und bringt in seinen Büchern das Schreiben sehr ansehnlich auf den Punkt.

Und um „auf den Punkt bringen“ geht es bei der Prämisse auch.
Frey definiert die Prämisse als Herz der Handlung, als roter Faden. Das Thema, der Kern.
Dabei ist es nicht der Inhalt, der interessiert, sondern die Bedeutung:
Welche Aussage treffe ich mit meiner Handlung eigentlich?
Was will ich aussagen?
Wenn am Ende der Held auf seinem Weg zur Liebe seines Lebens und den Schatz findet, dann ist die Prämisse: "Mut zum Abenteuer führt zum Erfolg".

Ich persönlich habe oft schwere Probleme mit Prämissen, doch es hilft, zu wissen, worauf man hinschreibt.
Es bleibt jedem selber überlassen, ob ihr eine Prämisse nutzt oder ob ihr euch nicht auf dieses „höhere Ziel“ konzentrieren wollt.

3.Drei-Akt-Struktur

„Akt“ ist eigentlich ein Begriff auf Theater und Film, lässt sich in seiner Bedeutung aber auch wunderbar für eine Handlung benutzen.

Wiki:

Zitat

Ein Akt oder Aufzug ist im Drama ein Hauptabschnitt der Handlung, dessen Schluss durch das Fallen des Vorhangs bezeichnet wird.


Ein Akt ist ein Teil der Handlung, der fast (!) für sich alleine stehen kann. Meistens steuert ein Akt auf eine Katastrophe zu, die es zu lösen oder überwinden gilt.

Drei-Akt-Struktur ist meine liebste Struktur. Im „Normalfall“ laufen Romanhandlungen eher auf eine Vier-Akt-Struktur hinaus:
Drei Viertel des Romans besteht auf Katastrophen, die in Akt vier gelöst werden. Am Ende von Akt vier endet auch das Buch – Alles ist Friede, Freude, Eierkuchen – oder das Gegenteil.

Die Drei-Akt-Struktur arbeitet jedoch mit der einem Zwischenakt. Das bedeutet, sie gibt dem Leser Zeit, die Eindrücke zu verkraften und zu ordnen.
In einer Drei-Akt-Struktur wir die Handlung folgendermaßen aufgeteilt:
Am Ende von Akt 1 stellt sich die auslösende Katastrophe ein, die den Stein ins Rollen bringt. In der Mitte von Akt 2 kommt die zweite Katastrophe, die alles noch auf die Spitze treibt. Am Ende von Akt 2 (!) steht die finale Katastrophe und Akt 3 ist zum „verdauen“ und das Ende ausklingen lässt.

Ich persönlich entscheide mich oft für die Drei-Akt-Struktur, da ich zu oft in Büchern folgendes erlebe:
Das ganze Buch über herrscht Spannung und Erwartung. Dann kommt das Ende – Oftmals vorhersehbar und und es schreit „WARTE AUF DEN ZWEITEN TEIL!!!11einseins“. Danach kommt ein Zwei-Seiten Epilog in dem die Helden lachen und strahlen und ein neues Leben beginnen, egal ob es passt oder nicht.
Dieser „Epilog“ ist mir jedoch oftmals nicht genug. In einem Buch z. B. hat ein Mädchen es geschafft, zwei völlig unterschiedliche Länder, die im Vorfeld sehr schön vorgestellt wurden, zu vereinen. Ein großes Hindernis ist aus der Welt geschafft und endlich könnten alle in Frieden leben.

Zumindest, wenn diese und jene Unterschiede überbrückt werden und man sich arrangieren kann. Das Mädchen ist endlich wieder frei und könnte mit dem Mann ihrer Träume, den sie schon seit Buch 1 liebt und achtet, aber nie haben konnte, zusammen sein.

Das Buch endet damit, wie sie ihm auf die Wange küsst und in eine Wüste zieht.

... Das ist für mich kein Ende, man. XD Entschuldigt, ich schweife ab und werde zu persönlich.


So viel zur Aktstruktur.
So viel zu Teil Eins.

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