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Donnerstag, 30. September 2010, 15:58

"Ich kam, dachte und schrieb..." - Storyerzählung für Anfänger und Fortgeschrittene Teil 3

Dieser Artikel wird noch überarbeitet.

3. Charaktere
Der Charakter ist oft das liebste Kind des Autors, denn schließlich ist meist er es, der die Geschichte vorrantreibt, und wie trübe und trist das Setting oder die Aussage auch sein mag, ein Charakter muss deshalb weder das eine, noch das andere sein. Trotzdem liegen in diesem Bereich viele Stolpersteine, den ein Charakter ist ein fiktiver Mensch, und wer hohe Ansprüche an sich stellt, wird sich mit einem Charakter etwas länger beschäftigen müssen.

3.1 Archetypen

Zunächst die Frage: Was ist eigentlich eine Archetyp? Archetypen sind sozusagen Schablonen unseres Geistes. Wenn man mit dem Stift die Umrisse nachmalt, ist das bei weitem kein vollständiges Bild, sondern nur eine gewisse Grundstruktur, aus der wir aber trotzdem deutlich sehen, was dargestellt werden soll. Zeichnen wir den Umriss einer Kuh, erkennen wir meist trotzdem dass es eine Kuh ist, genauso wie bei einer Katze oder einem Vogel. Diese Schablonen stellen sozusagen die Grundtypen von Mensch dar, die wir kennen, und ordnen sie einem gewissen Spektrum von Gut bis Böse, einem gewissen Grundcharakter und einer Erwartungshaltung an ihr Verhalten zu.

Um ein langes Tutorial für mich ein bisschen zu verkürzen, hier eine Übersicht, die ich als sehr aussagekräftig erachte, die aber NICHT von mir ist (bis auf ein paar Ergänzungen).

Weibliche Archetypen

Die liebevolle Mutter
Sie spiegelt das traditionelle Bild der fürsorglichen Mutter wider, die Verletzungen verzeiht und immer verständnisvoll ist. Weil diese Seite des Weiblichen bis heute grosse Wertschätzung erfährt, kann es noch immer leicht geschehen, dass sie auf Kosten anderer Persönlichkeitsaspekte überentwickelt wird.
Die destruktive Mutter
Bei diesem Archetyp handelt es sich entweder um eine erstickende Ausprägung von Mütterlichkeit oder um die offen destruktive, verbietende Frau. Oft ist es diese Art Mutter, welche Beziehungen willentlich verhindert, aufgrund ihres Einflusses, das Zugehen auf andere Menschen erschwert.
Die Prinzessin
Dieser Archetyp stellt den lebenslustigen, unschuldigen und kindlichen Aspekt des Weiblichen dar. Die Prinzessin ist absolut spontan und hat gleichzeitig ihre ganz eigene Weise, mit anderen Menschen umzugehen. Sie hat mehr kindliche als weibliche Aspekte und neigt immer noch zum Träumen, auch, was die Liebe betrifft.
Die Sirene
Dieser Archetyp steht für die Verführerin, für die Frau, die sich ihrer Sinnlichkeit und Sexualität bewusst ist und dies auch zu ihrem Vorteil nutzt. Sie ist jedoch auch voreingenommen und bis zu einem gewissen Grad berechnend.
Die Amazone
Sie ist die selbständige Frau, die meint, keinen Mann zu brauchen. Sie hat Freude an forschen, angriffslustigen, intellektuellen Wortgefechten.
Die Wettkämpferin
Hinter ihr verbirgt sich die Frau, die mit allem und jedem konkurriert – mit Männern und Frauen gleichermassen – und die alles daransetzt, um zu beweisen, dass sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen kann.
Die Priesterin
Bei ihr handelt es sich um eine äusserst intuitive Frau, die gelernt hat, den Fluss der Informationen zu kontrollieren und ihn zum Wohl der Allgemeinheit zu nutzen. Sie ist in ihrer inneren Welt vollkommen zu Hause.
Die Hexe
Auch sie ist überaus intuitiv, nutzt jedoch ihre Energie für die eigenen Zwecke. Sie entscheidet rein subjektiv und verliert daher ihr kritisches Urteilsvermögen.


Männliche Archetypen

Der liebevolle Vater
Diese Seite des Männlichen ist das traditionelle Bild des zugewandten Vaters, der die Fähigkeit besitzt, für das Kind und andere zu sorgen, und in seinen Entscheidungen unerschütterlich und absolut fair ist.
Das Ungeheuer
Es stellt die wütende, herrische, aggressive, angsterregende Seite des Männlichen dar.
Der strahlende Jüngling
Die lebenslustige, neugierige Seite des Männlichen ist sowohl empfindsam als auch kreativ. Hinter ihr verbirgt sich Peter Pan, der nie erwachsen geworden ist.
Der Herumtreiber
Er stellt den freiheitsliebenden Mann, den ewigen Wanderer, den Zigeuner dar. Er hält niemandem die Treue, und ihn treibt ausschliesslich die Aussicht auf das nächste Abenteuer voran.
Der Held
Bei ihm handelt es sich um einen Mann, der sich dazu entschlossen hat, seine Erkundungsreise auf eigene Faust zu unternehmen. Er kann Angebote abwägen und sicher über den nächsten Schritt entscheiden. Er erscheint oft als messianische Figur. Er errettet die verzweifelte Maid, aber nur, wenn ihn dies in seinem eigenen Wachstum voranbringt.
Der Schurke
Dieser Archetyp steht für den vollkommen selbstsüchtigen Mann, der sich nicht darum kömmert, auf wem er bei der Suche nach sich selbst herumtrampelt. Er ist oft eine bedrohliche Figur.
Der Priester
Der intuitive Mann erkennt und versteht die Kraft seiner Intuition, und er nutzt sie im Dienst seines Gottes und der Allgemeinheit. Er kann auch als Schamane oder heidnischer Priester hervortreten.
Der Zauberer
Dieser Mann nutzt sein Urteilsvermögen absolut leidenschaftslos für Gutes und Schlechtes gleichermassen, aber nur, weil er die Ausübung von Macht geniesst. In einer negativeren Sichtweise ist er der Schwindler oder Meister unerwarteter Veränderungen.


Gut, was bringt uns das jetzt für die Ausarbeitung von Charakteren, fragt sich vielleicht mancher. Soll ich meine Charaktere alle nach diesem Schema aufbauen? Nein, das nicht. Aber jeder wird in diesen Schemata die Grundformen der Charaktere aus anderen, beliebten Spielen erkennen. Sie sind deshalb reizvoll, weil
sie sofort erkannt und zugeordnet werden können. Wer also Schwierigkeiten hat, einen Charakter aus der kalten auszuarbeiten, kann sich an den Archetypen
ein wenig "anlehnen".

3.2 Charakterdesign - Aussehen
Der erste Eindruck entscheidet schon nach Sekunden darüber, ob wir irgendjemand sympathisch finden, und zwar tagtäglich. Deshalb ist es für den Entwurf eines Charakters natürlich essenziell, dass man sein Aussehen dem Wesen der Person anpasst. Dabei sollte auch Kleidung nicht unterschätzt werden, denn wie wir uns kleiden zeigt den Menschen, zu welchen Gruppen wir uns zugehörig fühlen und wie wir uns nach außen hin darstellen wollen. Ein modernes Beispiel ist die Hiphop-Kultur, die mit weiten T-Shirts und Hosen, schwerem Schmuck und eher auffälligem verhalten ein Zeichen setzt, welcher Gruppe sie sich zugehörig fühlen.

Allerdings ist auch hier Vorsicht geboten, denn schüchterne oder schwache Menschen neigen dazu, sich zu verkleiden. Ein Muttersöhnchen kann trotzdem in Nietenhosen herumlaufen, um seinen Mangel an Mut zu kompensieren, man wird jedoch beobachten, dass er in dieser Kleidung unbeholfen wirkt und nicht das nach außen zeigt, was er eigentlich sein möchte. Was man keinesfalls sollte: Übertreiben oder sich komplett auf Klischees verlassen. Nicht jeder Oberböse trägt einen dramatischen dunklen Umhang, einen Geier auf der Schulter, ein Schwert des Bösen in Händen, mehrere Piercings, Narben und Tätowierungen. Auch der beliebte Gundsatz, dass Böse = hässlich und Gut = schön wird viel zu selten durchbrochen. Gerade, weil viele an die Bösen eine gewisse Erwartungshaltung haben, kann es sehr interessant sein, diese Erwartungen ins Gegenteil zu verkehren und einfach mal mit einem nicht ganz so gutaussehenden oder sogar hässlichen Helden zu arbeiten. Schöne Bösewichte haben dagegen schon eine gewisse Tradition.

Arbeiten wir nun die wesentlichen Punkte des Aussehens ab.

Frisur
Viele wissen es nicht, aber die Frisur und der Bart eines Menschen sagt sehr viel über ihn aus. Entscheidend dafür, wie sich eine Person entscheidet ihr Haar wachsen zu lassen, sind eien Vielzahl von Faktoren.
  • Beruf
    Der Beruf eines Charakters wird viel zu oft für seine Aussehen und seinen Charakter vernachlässigt, ist aber eigentlich prägend. Lange Haare im bereich der Stirn beispielsweise sind für einen Beruf, bei dem man ständig gebeugt steht, sehr hinderlich. Sowohl ein Schmied als auch eine Näherin würden es also vermeiden, sich die Haare so wachsen zu lassen, dass sie ständig die Sicht behindern. Gleiches gilt für Soldaten, aber aus anderen Erwägungen - wer kämpfen muss, der kann es sich nicht leisten, den Feind aus den Augen zu verlieren.
    Eine prostituierte wiederum verdient ihr Geld im wesentlichen mit Charme und einer weiblichen Ausstrahlung, weshalb es ehe rungewöhnlich wäre, würde sie sich die Haare kurzschneiden.

  • Alter
    Fangen wir bei den Kindern an - Kleine Kinder haben meist, selbst wenn es Mädchen sind, eher kurzes haar, aus praktischen Gründen. Haar verschmutzt schnell, und Kinder sind vor allem mit viel Schmutz in Kontakt.
    Kommt es schließlich zur Pubertät, beginnt die Zeit der Experimente - das Haar soll sich der gefühlten Persönlichkeit der Person anpassen, Frauen schneiden sich vielleicht die Haare kurz und Mädchen schneiden sie bewusst ab. Andere Frauen wiederrum lassen sie sich extra lang wachsen, um damit ihrer erwachenden Sexualität und der damit verbundenen Partnersuche gerecht zu werden und als Frau wahrgenommen zu werden. Männer hingegen erwägen, sich einen bart stehen zu lassen, und zwar in den zahlreichen Variationen, die es gibt, oder ihn einfach abzurasieren.
    Im fortgeschrittenen Alter ist das Haar immer mehr eine Sache der praktischen Erwägungen, da seine Rolle von sexueller Seite her immer unwichtiger wird. Es wird kürzer gehalten oder mit Nadeln oder Haarnetzen zurückgehalten, um nicht zu stören. Und bei den Männern fällt es sowieso vermehrt aus. Dafür wird der Bart jetzt wichtiger - er dient als zeichen von Weisheit, Erfahrung, eines langen lebens, und es ist für die Alten, die nicht mehr so sehr auf die Körperpflege achten können, auch ein zu großer Aufwand, ihn ständig zu stutzen.

  • Persönlichkeit
    Bestimmte Charaktereigenschaften stehen auch mit Frisur in Wechselwirkung. Frauen, die sich die Haare kurzschneiden, tun das häufig als Zeichen von Rebellion gegen ihr Rollenbild, teilweise auch, um sich selbst einem jüngeren Alter zuzuordnen, in dem das Geschlecht noch keine wesentliche Rolle spielt.

    Haare, die die Augen einengen oder teilweise bedecken, stehen häufig in Verbindung mit einem verschlossenen Charakter, da der derjenige nicht offenbaren will, wohin er gerade blickt. Weit aus der Stirn gestrichene haare zeigen dafür eine gewisse Offenheit der Welt gegenüber, vor allem, wenn sehr viel von der Stirn entblößt ist, kommt außerdem das Kindchenschema hinzu, das die Hohe Stirn kleinen Kindern zuordnet, die ja meist noch sehr offen sind.

    Abstehendes Haar kann ebenso wie ein asymetrischer Schnitt einen Freidenker und Querkopf kennzeichnen, oder als Schussel. Symetrische, gerade Schnitte und sehr glattes Haar hingegen sind oft bei ruhigen, exakten Charakteren zu treffen.

  • Sozialer Status
    Es war und ist in verschiedenen Kulturen üblich, den Status als erwachsene Frau auch über bestimmte Äußerlichkeiten zu kommunizieren, zum Beispiel über das Bedecken der Haare. Außerdem ist wesentlich für die Aufwändigkeit und den Schmuck in den Haaren, wie reich eine Person ist. Aufwändige Haarkonstrukte sind etwas für Leute, die die Zeit haben, sie a) selbst aufzubauen oder b) das von Dienern oder Frisörinnen machen lassen.


Wird erweitert.

Mögliche Fehler (vor allem im Makerbereich):
- Schau, ich bin böse!
Ich kann schon gar nicht mehr die Spiele zählen, in denen die vermummte Gestalt aus den Standartcharakteren der Oberböse ist. Warum sollte jemand, der böse ist, sein Gesicht extra verhüllen? Böse zu sein ist eine Herausforderung an die Welt, kein Versteckspiel. Ein Bösewicht zieht nur dann Vorteil aus einem verborgenen Gesicht, wenn er seine Identität verbergen muss oder möchte.
- Warum sie fast nackt ist? Na, sie ist eine Frau! In einem RPG! Sie MUSS fast nackt sein!
RPG-Frauen scheinen keine Kälte zu kennen, da sie häufig kaum bekleidet herumlaufen. Bei einer ehemaligen Kurtisane oder Tänzerin als Protagonistin kann das noch angehen, es wird aber völlig lächerlich, wenn Frauen dicke Schulterpanzer tragen und mit einem gezielten Bauchstoß für immer in die ewigen Jagdgründe geschickt werden könnten, weil sie bauchfrei herumlaufen.

3.3 Vergangenheit, soziales Netz und Alter
Die Vergangenheit eines Charakters ist wichtig, selbst wenn die Person nur friedlich in irgendeinem Dorf aufgewachsen ist. Denn verchiedenste Erlebnisse prägen einen Charakter für immer. Meist wird ein Charakter nicht im zarten Alter von einem Jahr, sondern erst im jugendlichen Alter aufgegriffen und entworfen. Bis zu diesem Zeitpunkt hat er natürlich schon ein soziales Netz gebaut, das aus mehreren entscheidenten Faktoren geknüpft ist. Da ist zum einen die Elternbeziehung, zum anderen sind da Freundschaftsbande, zum dritten ist das Liebe, zum vierten Gesellschaft, zum fünften Geschwister.

Die Elternbeziehung
  • ist entscheidend für die Fähigkeit, zu vertrauen und zu lieben.
  • bestimmt oft stark die Vorstellungen vom zuküntigen Partner mit
  • ist auch bestimmend für die Vorstellungen von "gut" und "böse"
  • führt aber ab einem gewissen Alter zu Opposition, Ablösung, streben nach einem eigenen Leben


Freundschaftsbande
  • sind wichtig für Vertrauensbildung und Gemeinschaftssinn
  • sind meinungsbildend oder stellen vorgefasste Meinungen in Frage
  • halten teilweise sehr lange und sind für die gegenwärtige Situation des Charakters wichtig


Liebe
  • kann grundlegende Charakterzüge des Charakters abmildern oder sogar außer Kraft setzen
  • kann ebenfalls Meinungen beeinflussen oder komplett umdrehen
  • kann die Beziehung zu anderen Charakteren entscheident verbessern oder verschlechtern


Gesellschaft
  • prägt stark die Vostellungen von "gut" und "böse", "richtig" und "falsch" und von "Außenseitern" und "Mitläufern"
  • gibt Verhaltensmaßregeln und erstrebenswerte Lebensziele vor
  • unterdrückt "abartige", also nicht der Gesellschaft konforme Neigungen
  • verstößt oder eliminiert Abweichendes je nah Zivilisationsstand durch Ausrottung, Vertreibung, Rufmord


Geschwister
  • verringern oder verschärfen Konflikt zu den Eltern möglicherweise
  • können Konkurrent oder Mitsreiter sein
  • können die Elternliebe komplett für sich beanspruchen oder Liebe geben
  • ältere Geschister: geben Sicherheit/spornen zu Leistungen/Nachfolge an oder verunsichern/lassen Minderwertigkeitskomplexe entstehen
  • jüngere Geschwister: lehren Verantwortung/geben Zuneigung und Bewunderung oder zeigen Opposition/beanspruchen volle Aufmerksamkeit der Eltern


Mögliche Fehler:
- soziales Netz überbewerten

Es stimmt, dass unsere Vergangenheit prägend für uns ist. Aber in einer Gesellschaft, die Homosexualität verachtet, gibt es trotzdem Homosexuelle. Und ein Junge, der in seiner Kindheit schlecht behandelt wurde, kann trotzdem ein fröhlicher, liebenswerter Mensch werden. Das heisst, das gesamte Wesen eines Charakters auf einer gestrickten Vergangenheit fußen zu lassen, ist weder notwendg noch sinnvoll. Viele charakterzüge sind einfach da, ob nun wegen oder trotz den Umständen lässt sich meist nicht klären. Man sollte so viel vetrauen in sich haben, einige Charakterzüge auch einfach als persönliche Eigenschaft des Charakters vorzustellen.
- junge Charaktere
Häufig werden Charaktere zu einem sehr frühen Zeitpunkt in ihrer Entwicklung aufgegriffen, genauer gesagt, der Pubertät, die sich vom zarten Alter von 14 bis etwa 18-20 Jahre erstreckt. Das hat diverse Vorteile - so kann ein Charakter in diesem Alter eine sehr starke Entwicklung in seiner Persönlichkeitzeigen, er kann an einer Aufgabe wesentlich wachsen und sein Selbst ist durch äußere Einflüsse sehr stark formbar. Allerdings sind gewisse Dinge für einen Jugendlichen ebenfalls essentiell, nämlich, dass er noch nicht die vollen Körperkräfte erlangt hat und auch seine Sexulaität häufig noch infantil ist. Die Muskelbildung ist noch unzureichend, die Vorstellung von Liebe eher noch von romantischen Träumereien geprägt, das Auftreten unsicherer und der Standpunkt im Leben unklar. Das macht junge Charaktere verletzlich. Es fehlt ihnen außerdem die Erfahrung, die ein längeres Leben mit sich bringt. Meine Empfehlung lautet deshalb: denkt ernsthaft darüber nach, welches Wissen euer Held schon erworben hat, wie sein Afutreten ist, und legt danach das Alter fest. Ein erfahrener Kämpfer, der große Äxte schwingt, kann sich ruhig im reifen Alter von 35 Jahren bewegen, und was noch viel besser ist - er kann der Interaktion mit dem jugendlichen Helden eine Tiefe geben, die über einfache Jungenfreundschaft hinausgeht, sondern sich mehr in die Richtung einer echten Männerfreundschaft oder sogar eine zweite Vaterbeziehung bewegt. Ähnliches gilt für Frauen - ihre Interaktion untereinander kann durch einen Altersunterschied wesentlich an Tiefe gewinnen.

3.4 Zukunft
3.5 Schwächen und Stärken, Ängste und Hoffnungen
Wir haben nun also unseren Helden. Er hat eine Vergangenheit, eine Familie, wir wissen, wie er aussieht. Dennoch könnte er irgendwer sein.

3.6 Antagonisten
Der typische Antagonist ist ein dunkler Mann in einem dunklen Mantel mit der bösen Absicht, die Welt zu beherrschen. Selbst in gut ausgearbeiteten und durchaus beliebten Stories findet man immer wieder den Otto-Normal-Bösen. Diese Antagonisten zeichnen sich vor allem durch eins aus: erschreckende Plattheit. Deshalb die goldene Regel: genauso wie man einen Held ausarbeitet, sollte man einen Antagonist ausarbeiten. Die Herrschaft über die Welt ist nun wirklich kein alltäglicher Wunsch, die Rache an einem System oder die Utopie, eine gerechtere Welt aufzubauen, wären aber durchaus sinnvolle Motive, um eine Weltherrschaft anzustreben. Noch viel stärker als bei dem "Held", der Gutes tut und falsch von richtig unterscheidet, muss durch die Vorgeschichte und die Persönlichkeit des Antagonist begründet werden, warum er so ist, wie er ist. Nehmen wir ein x-beliebiges Beispiel:

Der böse, mächtige Dämon XYZ will die Welt behrrschen und die Menschheit vernichten. Klingt typisch, oder?
Stellen wir uns eine Frage. Warum will Dämon XYZ die Welt beherrschen? Stellt euch einmal vor, ihr seht euch mit einem riesigen, hässlichen Dämon konfrontiert, einem Monster, das - ähnlich wie ein wildes Tier - Vieh und sogar Menschen tötet? Keine gute Vorraussetzung, um Freundschaft zu schließen, was? Also haben die Menschen die Rasse des armen Dämon XYZ gejagt und mit Hilfe weißer Magie versucht auszurotten. Schließlich kam eine Weißmagierin auf die glohrreiche Idee, die Dämonen in eine Paralelldimension zu verbannen, damit sie keinen Schaden anrichten können. Bei diesem Vorhaben gingen dummerweise fast alle Verwandten des Dämons XYZ drauf.

Plötzlich sehen wir uns damit konfrontiert, dass die Rachegdanken des bösen Dämons eigentlich begründet sind, immerhin hat man seine ganze Familie vernichtet, aus dem einfachen Grund, dass diese Wesen nie jemand so akzeptiert hat, wie sie nunmal sind. Er hat Rache geschworen an den Menschen, die kaltherzig sein Leben zerstört haben und ihn wegen seines Aussehens und dem raubtierähnlichen Verhalten seiner Art ausgrenzten. Er weiß nicht, dass die Weißmagierin von damals schon lange tot ist. Auch nicht, dass alle Menschen von damals ebenfalls tot sind. Er weiß vermutlich nicht einmal, dass die Erinnerung an damals verblasst ist und niemand mehr weiß, dass es jemals diese "Dämonen" gab. Und seine "böse" Natur rührt schlicht aus seiner Meinung her, dass die Menschheit an sich daran Schuld ist, dass es ihm so schlecht geht. Das ist vergleichbar mit den Natianalsozialisten, die das deutsche Volk für immer gezeichnet haben, ohne, dass die heutige Generation noch direkt für die Greuel von früher verantwortlich ist.

Wir stellen fest: Das "Böse" reflektiert meistens sein eigenes Handeln als:
a) angemessen - die Handlungen wurden herausgefordert und hat eine Berechtigung (-> Tod der Familie fordert Rache!)
b) gut - das gesellschaftliches Umfeld akzeptiert diese Handlungen (-> Rest der Dämonen will ebenfalls Rache und in die bessere Menschenwelt zurück)

Böse Charaktere sehen ihren Standpunkt als den Richtigen an. Sie handeln genau wie Hauptcharaktere aus Überzeugungen, sie haben Ziele und Wünsche, sie sind sich ihrer Sache meist sicher. Dass sie mit ihrem Standpunkt nicht nur daneben liegen, sondern auch unberechtigt Menschen damit verletzen, ist ihnen entweder nicht bewusst, oder es wird als "notwendiges Opfer" abgetan. Selbstzweifel werden beiseite gedrängt. Böse Charaktere sind meist sehr willensstark, sie bringen andere dazu, ihren Wünschen und Vorstellungen zu folgen - genauso wie Helden!

Mögliche Fehler:
- Schnief, Heul, Wie traurig

Nein, nicht jeder Bösewicht hatte eine traumatische Kindheit. Auch ohne schreckliche Erlebnisse kann man Irrtümern erliegen.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Alexis Hiemis« (30. September 2010, 15:57)


Full Habit

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Motto: Chaos isn't a pit. Chaos is a ladder.

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2

Freitag, 15. Oktober 2010, 13:21

Bis jetzt habe ich alle gelesen :) Und es hilft mir sehr.
Ich kann nur sagen wirklich gute Arbeit^^
Mach weiter so ;)
  • :disk: Habits

    :navigation-right: Zu laut Musik hören!
    :navigation-right: Kommt immer zu spät!
    :navigation-right: Muss immer was in den Händen haben!
    :navigation-right: Isst immer zu schnell...
  • :rmxp: Projekt

    Name: (Noch nicht ganz fest gelegt)
    Phase: Planungsphase
    Fortschrittsgeschwindigkeit: Schleppend
    Motivation: Vorhanden

    Fortschritt:
    Planung und Story: 72%


    Letztes Update: 26.07.2011

ImNichts

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Motto: Nichts ist so wie es scheint.

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3

Donnerstag, 3. Mai 2012, 23:05

Hier könnt ihr alles Übersichtlich auf 39 Seiten zusammengefasst als PDF runterladen.
Via Dropbox, ohne irgendwelchen Schnick-Schnack....

Viel Spaß damit
Gruß
ImNichts
Gedanken aus der Mitte.
Avqest

Spoiler
Fähigkeiten
Selbsteinschätzung
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